Den vierten Abschnitt der Reise verbringen wir im Müllerthal und stehen auf dem Campingplatz Maartbusch in Berdorf; ein sehr gut ausgestattet Platz direkt am Müllertahl – Trail. Kurz nach dem Einschecken verlassen wir den Campingplatz am hinteren Ausgang und sind nach 100 Meter bereits auf einem der besten Wanderrouten, die wir jemals gesehen haben, den Müllerthal – Trail. Als Einstieg wandern wie die kurze Route B2 4,1 km.
Die einzigartige Region im Nordosten Luxemburgs und wird oft als „Kleine Luxemburger Schweiz“ bezeichnet. Die Landschaft gilt als spektakuläres Natur- und Geoparkgebiet mit charakteristischen Sandsteinfelsen, tiefen Schluchten, geheimnisvollen Höhlen und üppigen Wäldern, die durch jahrtausendelange Erosion entstanden sind. Die markante Geologie der Region prägt ein mit Felsen durchsetztes Biotop, in dem Fließgewässer wie die Sauer und die Schwarze Ernz für die besondere Ausformung der Felslandschaft sorgten. Das Müllerthal wurde als UNESCO Global Geopark ausgezeichnet und begeistert Wanderer und Naturfreunde mit dem berühmten „Mullerthal Trail“ – einem 112 Kilometer langen Fernwanderweg, der die schönsten Fels- und Waldlandschaften verbindet. Die größte Stadt der Region ist Echternach, bekannt für ihre jahrhundertealte Geschichte und die UNESCO-geschützte Springprozession. Das Müllerthal eignet sich ideal für Wanderungen, Felsklettern, Mountainbiking und weitere Outdoor-Aktivitäten. Neben dem Mullerthal Trail stehen zahlreiche lokale Wanderwege zur Verfügung, die durch märchenhafte Landschaften und urige Dörfer führen.
Am zweiten Tag wandern wir auf dem Müllerthal – Trail nach Echternach und fahren später mit dem Bus nach Berdorf zurück. Leider beginnt es am später Nachmittag zu regnen und hört bis zum nächsten Morgen nicht auf. Da die Aussichten für die nächsten Tage auch nur regnerisches Wetter vorhersagen, entscheiden wir uns den Heimweg anzutreten.
Nach ca. 80 Km erreichen wir unseren nächsten Zielort, La Roche en Ardenne. Von Flüssen durchkreuzt macht es sofort einen sehr liebenswerten Eindruck und hat viel zu bieten.
Zuerst die imposante mittelalterliche Burg La Roche-en-Ardenne, die auf einem felsigen Bergrücken thront und ein beeindruckendes Beispiel feudaler Architektur darstellt. Sie ist gut zugänglich und bietet einen fantastischen Rundumblick auf die Stadt und die umliegende Natur. Hinzu kommt, dass der Ort inmitten des Naturparks der Zwei Ourthen, einem großen Naturgebiet, das mit dichten Wäldern, Tälern und wilden Flussläufen ideal für Outdoor-Aktivitäten wie Wandern, Kajakfahren oder Radfahren ist.
Des Weiteren hat die Stadt hat eine lebendige Flaniermeile mit vielen Läden, Restaurants, einer beeindruckenden Kirche (Saint-Nicolas) und einer malerischen Backsteinbebauung, die der Stadt nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg ein junges, dennoch charmantes Stadtbild verleiht.
…und es wurde durch die vielen Schlachten in den Kriegen der letzen 2 JHe besonders bekannt; besonders das Museum der Ardennenschlacht in La Roche-en-Ardenne bietet historische Einblicke in die Geschehnisse des Zweiten Weltkriegs, speziell der Ardennenoffensive, und ist ein besonderer Ort des Gedenkens.
…und La Roche-en-Ardenne ist bekannt für seine regionalen Spezialitäten, insbesondere den Ardenner Schinken, und bietet ein vielfältiges gastronomisches Angebot.
Von Maastricht führt uns die Reise ins nur knapp 40 km entfernte Lüttich, eine der geschichtsträchtigsten und zugleich modernsten Städte Belgiens. Historisch war sie Bischofsstadt, Zentrum des Hochstifts Lüttich, während sie heute als Kunst- und Kulturstadt sowie wichtiger Verkehrsknotenpunkt glänzt.
Lüttich entstand am Ufer der Maas aus frühen Siedlungen und wurde im Frühmittelalter zur Bischofsstadt, nachdem der heilige Lambert dort ermordet wurde. Die Stadt war Sitz eines Fürstbistums und wurde im Mittelalter mehrfach geplündert, etwa durch Karl den Kühnen im Jahr 1468, was das Ende der mittelalterlichen Stadt bedeutete. Nach der Lütticher Revolution 1789 wurde Lüttich französisch, verlor seine Lambertuskirche. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Region zum Zentrum der Schwerindustrie, was die Stadt stark prägte.
Lüttich hat rund 196.000 Einwohner (2024) und ist das kulturelle Zentrum der Wallonie mit Universitäten, Theater und Opéra Royal. Besondere Sehenswürdigkeiten sind.
Montagne de Bueren: Monumentale Treppe mit über 370 Stufen zur Zitadelle; ein spektakulärer Aussichtspunkt.Obelisk an der Zitadelle, zur Erinnerung an die Verstobenene des 1. Weltkrieges
Der Neubau des Bahnhofs Lüttich-Guillemins ist ein herausragendes Beispiel moderner Architektur und ein bedeutender Infrastruktur-Knotenpunkt für die Stadt. Der alte Bahnhof, der ursprünglich 1863 und zuletzt 1958 modernisiert wurde, war für die Anforderungen des Hochgeschwindigkeitszugverkehrs (TGV, Thalys, ICE) nicht mehr geeignet.
Nach einem internationalen Architekturwettbewerb erhielt der spanische Stararchitekt Santiago Calatrava 1996 den Zuschlag für den Neubau. Das spektakuläre Bahnhofsgebäude entstand durch eine komplexe Glas-Stahl-Konstruktion mit geschwungenen geometrischen Formen, die sich wie ein dynamischer Bogen 200 Meter lang und bis zu 40 Meter hoch über die Gleisanlagen spannt. Die besondere Konstruktion soll das Gefühl von Offenheit und Transparenz vermitteln; traditionell geschlossene Fassaden fehlen.
Der Neubau, der 2009 eröffnet wurde, gilt heute als Wahrzeichen der Stadt Lüttich und als eines der meistfotografierten Gebäude der Region. Er verbindet Lüttich direkt mit Metropolen wie Brüssel, Paris, Köln, London und Amsterdam und dient täglich etwa 36.000 Reisenden. Zugleich trug der moderne Bahnhof entscheidend zur Aufwertung des Viertels Guillemins und zur städtebaulichen Entwicklung bei, unter anderem durch einen neugestalteten Vorplatz, neue Parkhäuser und die Fußgängerbrücke zur Maas.
Der fürstbischöfliche Palast in Lüttich zählt zu den bedeutendsten historischen Bauwerken der Stadt und war über Jahrhunderte das politische und geistliche Zentrum des Fürstbistums Lüttich.
Bereits um das Jahr 1000 ließ Bischof Notger an der Stelle des heutigen Palastes die erste fürstbischöfliche Residenz errichten. Dieses Gebäude war ein Teil der Befestigungsanlagen der Stadt und fiel 1185 einem Brand zum Opfer. Das heute sichtbare Gebäude geht auf den Fürstbischof Erard de la Marck zurück, der zwischen 1514 und 1538 einen spätgotischen Neubau errichten ließ. Dieser Neubau prägte das Erscheinungsbild des Palastes, insbesondere mit einem ersten Innenhof, der von gotischen Kreuzgewölben und individuell dekorierten Säulen umgeben ist.
Heute beherbergt der Palast neben beeindruckenden historischen Interieurs und Innenhöfen die Justizbehörden sowie die Verwaltung der Provinz Lüttich. Die Verbindung von Renaissance-Grundriss, gotischer Ornamentik und spätere klassizistische sowie neugotische Elemente spiegelt die lange und wechselvolle Baugeschichte wider.
Der Palast ist besonders bekannt für seinen Innenhof mit 60 individuell gestalteten Säulen, die unter anderem von der humanistischen Renaissance und der Entdeckung der Neuen Welt inspiriert sind[4]. Die Fassaden zeigen eine reiche Ausstattung mit Skulpturen, Reliefs und Wappen, die die Geschichte und die Identität der Stadt Lüttich dokumentieren.
Am 14. September starten wir unsere Tour durch die Ardennen. Die Ardennen sind ein überwiegend bewaldetes Mittelgebirge in Westeuropa, das sich vor allem über den Südosten Belgiens erstreckt, aber auch Teile von Luxemburg und Frankreich umfasst. Die Landschaft ist geprägt von dichten Wäldern, malerischen Flusstälern und sanften Hügeln, die vielfältige Möglichkeiten für Outdoor-Aktivitäten wie Wandern und Radfahren bieten. Historisch und kulturell spielen die Ardennen eine wichtige Rolle, mit Spuren aus keltischer und römischer Zeit sowie bedeutenden Schauplätzen im Zweiten Weltkrieg. Das Gebiet ist dünn besiedelt und bekannt für seine naturnahe Erholung und lokale Spezialitäten wie Ardenner Schinken und Käse.
Der erste Tag unserer Ardennen – Reise führt uns nach Maastricht, weil es eine wunderschöne historische Stadt sein soll. Wir finden einen Campingplatz nur 3 km von der Innestadt entfernt und mit dem Fahrrad gut zu erreichen. Um die Stadt kennenzulernen nehmen wir an einer Stadtführung teil, die unser in 2 Stunden die Historie der Stadt näher bringt.
In der Tat, die Geschichte von Maastricht ist geprägt von strategischer Bedeutung, kulturellem Austausch und politischen Wendepunkten, beginnend mit der Römerzeit bis zur EU-Gründung. Maastricht zählt zu den ältesten Städten der Niederlande. Die Römer gründeten dort eine Siedlung namens „Traiectum ad Mosam“ wegen des wichtigen Maasübergangs und bauten eine Brücke als Basis für Handel und Militär. Schon im 3. Jahrhundert entstand eine befestigte römische Siedlung mit Kastell und war Ausgangspunkt für Handel und weitere Stadtentwicklung.
Durch den Einfluss von Bischof Servatius wurde Maastricht ein religiöses Zentrum und erhielt Stadtmauern, Klöster und Kirchen, darunter die St.-Servatius-Basilika. Ab dem 13. Jahrhundert Doppelherrschaft durch den Herzog von Brabant und den Bischof von Lüttich; die „Alde Caerte“ von 1284 regelte diese Machtteilung verbindlich. Der Ausbau der Stadtmauern mit Toren und Befestigungen kennzeichnete das Wachstum und die Verteidigungsbereitschaft Maastrichts.
Die Stadt war häufig Zentrum von militärischen Konflikten, etwa im Achtzigjährigen Krieg, der französisch-niederländischen Krieg und durch die Belagerung durch spanische Truppen. 1632 gelang die Befreiung von den Spaniern und die Regierung ging auf die niederländischen Generalstaaten über. Die Belagerung durch französische Truppen endete 1794 mit der Annexion durch Frankreich.
Nach Napoleon wurde Maastricht 1815 Teil des Vereinigten Königreichs der Niederlande, 1839 endgültig niederländisch nach der Gründung Belgiens.
Die Universität Maastricht wurde 1976 gegründet und steht für die internationale Ausrichtung der Stadt. Historisch bedeutend ist die Unterzeichnung des Vertrages von Maastricht 1992, der die „Geburtsstunde“ der Europäischen Union markiert; hier wurde die Freizügigkeit und Unionsbürgerschaft eingeführt.
Die Stadt ist bekannt für ihre mittelalterlichen Mauern und Tore, darunter die Sint Servaasbrug und das Höllentor als ältestes erhaltenes Stadttor in ganz Holland. Zahlreiche Kirchen und Stadtgebäude aus verschiedenen Epochen prägen das Stadtbild bis heute. Maastricht vereint damit römische Wurzeln, mittelalterliches Wachstum, kuriose Machtverhältnisse, die Narben zahlreicher Kriege und eine Schlüsselrolle in der europäischen Integration.
Reste der StadtmauerServatiuskircheDas HöllentorDie erste Brücke über die Maas (Vorvorgänger schon von der Römer gebaut)Buchhandlung in der Dominikanerkirche
Die letzten drei Bilder zeigen das Innere der Servagtius Basilika mit der Schrein des heiligen Servatius, und das große Portal mit dem Moasiklabyrinth im Boden, dass die für Maastricht bedeutsamen Städte der Historie, u.a. Köln, Lüttich und Rom verbindet.
Am zweiten Tag unternehmen wir eine Fahradtour in den Süden der Stadt zum ehemaligen Tagebau für den Maastrichter Sandstein, der Heute als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist und als Naherholungsgebiet dient. Des Weiteren besichtigen wir das ehemalige Fort Sint Pieter.