Am 14. September starten wir unsere Tour durch die Ardennen. Die Ardennen sind ein überwiegend bewaldetes Mittelgebirge in Westeuropa, das sich vor allem über den Südosten Belgiens erstreckt, aber auch Teile von Luxemburg und Frankreich umfasst. Die Landschaft ist geprägt von dichten Wäldern, malerischen Flusstälern und sanften Hügeln, die vielfältige Möglichkeiten für Outdoor-Aktivitäten wie Wandern und Radfahren bieten. Historisch und kulturell spielen die Ardennen eine wichtige Rolle, mit Spuren aus keltischer und römischer Zeit sowie bedeutenden Schauplätzen im Zweiten Weltkrieg. Das Gebiet ist dünn besiedelt und bekannt für seine naturnahe Erholung und lokale Spezialitäten wie Ardenner Schinken und Käse.
Der erste Tag unserer Ardennen – Reise führt uns nach Maastricht, weil es eine wunderschöne historische Stadt sein soll. Wir finden einen Campingplatz nur 3 km von der Innestadt entfernt und mit dem Fahrrad gut zu erreichen. Um die Stadt kennenzulernen nehmen wir an einer Stadtführung teil, die unser in 2 Stunden die Historie der Stadt näher bringt.
In der Tat, die Geschichte von Maastricht ist geprägt von strategischer Bedeutung, kulturellem Austausch und politischen Wendepunkten, beginnend mit der Römerzeit bis zur EU-Gründung.
Maastricht zählt zu den ältesten Städten der Niederlande. Die Römer gründeten dort eine Siedlung namens „Traiectum ad Mosam“ wegen des wichtigen Maasübergangs und bauten eine Brücke als Basis für Handel und Militär. Schon im 3. Jahrhundert entstand eine befestigte römische Siedlung mit Kastell und war Ausgangspunkt für Handel und weitere Stadtentwicklung.
Durch den Einfluss von Bischof Servatius wurde Maastricht ein religiöses Zentrum und erhielt Stadtmauern, Klöster und Kirchen, darunter die St.-Servatius-Basilika. Ab dem 13. Jahrhundert Doppelherrschaft durch den Herzog von Brabant und den Bischof von Lüttich; die „Alde Caerte“ von 1284 regelte diese Machtteilung verbindlich. Der Ausbau der Stadtmauern mit Toren und Befestigungen kennzeichnete das Wachstum und die Verteidigungsbereitschaft Maastrichts.
Die Stadt war häufig Zentrum von militärischen Konflikten, etwa im Achtzigjährigen Krieg, der französisch-niederländischen Krieg und durch die Belagerung durch spanische Truppen. 1632 gelang die Befreiung von den Spaniern und die Regierung ging auf die niederländischen Generalstaaten über. Die Belagerung durch französische Truppen endete 1794 mit der Annexion durch Frankreich.
Nach Napoleon wurde Maastricht 1815 Teil des Vereinigten Königreichs der Niederlande, 1839 endgültig niederländisch nach der Gründung Belgiens.
Die Universität Maastricht wurde 1976 gegründet und steht für die internationale Ausrichtung der Stadt. Historisch bedeutend ist die Unterzeichnung des Vertrages von Maastricht 1992, der die „Geburtsstunde“ der Europäischen Union markiert; hier wurde die Freizügigkeit und Unionsbürgerschaft eingeführt.
Die Stadt ist bekannt für ihre mittelalterlichen Mauern und Tore, darunter die Sint Servaasbrug und das Höllentor als ältestes erhaltenes Stadttor in ganz Holland. Zahlreiche Kirchen und Stadtgebäude aus verschiedenen Epochen prägen das Stadtbild bis heute. Maastricht vereint damit römische Wurzeln, mittelalterliches Wachstum, kuriose Machtverhältnisse, die Narben zahlreicher Kriege und eine Schlüsselrolle in der europäischen Integration.









Die letzten drei Bilder zeigen das Innere der Servagtius Basilika mit der Schrein des heiligen Servatius, und das große Portal mit dem Moasiklabyrinth im Boden, dass die für Maastricht bedeutsamen Städte der Historie, u.a. Köln, Lüttich und Rom verbindet.
Am zweiten Tag unternehmen wir eine Fahradtour in den Süden der Stadt zum ehemaligen Tagebau für den Maastrichter Sandstein, der Heute als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist und als Naherholungsgebiet dient. Des Weiteren besichtigen wir das ehemalige Fort Sint Pieter.


